Frank Piller stand schon im September SAP INFO zum Interview und berichtete unter anderem über die Leistungen der US Firma Innocentive und über den Open Innovation Ansatz der deutschen Firma Webasto.
Die US-Firma Innocentive hat sich auf die so genannte Open Innovation spezialisiert: Sie schreibt für ihre Klienten, meist Unternehmen der Prozessindustrie, technische Aufgabenstellungen im Internet aus und belohnt den besten eingereichten Lösungsvorschlag aus der Web-Community mit 10.000 bis 100.000 Dollar. Dafür überträgt der Erfinder die Rechte an der Lösung an das suchende Unternehmen, das wiederum an Innocentive eine Gebühr für die vertrauliche Abwicklung der Ausschreibung und Bewertung der Lösungen entrichtet.
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Ein gutes Beispiel für eine solche Neudefinition des Kunden-Hersteller-Verhältnisses: Webasto richtet seit einigen Jahren so genannte Lead-User-Workshops aus: Dazu selektiert der Zulieferer mit Hilfe eines Fragebogens geeignete Kandidaten aus potenziellen Kunden, beispielsweise aus allen Nutzern eines bestimmten Autotyps. Ziel ist es dabei, solche Nutzer zu identifizieren, die vor der Mehrheit der Kunden ein bestimmtes Bedürfnis haben oder einen wesentlichen Trend erkennen und zudem auch die Fähigkeit haben, kreativ an der technischen Problemlösung mitzuwirken. Die ausgewählten Kunden nehmen freiwillig und ohne Gegenleistung an den Workshops teil. Sie sind froh, dass sich ein Hersteller die Mühe macht, mit ihnen seriös zu sprechen und ihre Probleme ernst zu nehmen. Mit dieser Methode erlangen Hersteller in erster Linie Informationen über neu entstehende Bedürfnisse – und die können sie mit klassischen Marktforschungsmethoden nicht abfragen, denn sie wissen ja gar nicht, wonach sie fragen sollen.
Links:
>> Produktentwicklung mit Hilfe der Web-Community
Stefan Weiß, FUTURELAB - Die Innovationsspezialisten