Sunday, 2. January 2005Kulturelles HackingKommentare
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... aaaaber:
"Firmeninhaber Alberto Alessi betont ... hochgradig experimentelle Produkte mit entsprechender Flopgefahr auf den Markt bringt... daß es oft unkonventioneller Wege bedarf, um zielführende und substantielle Trendinformationen zu erhalten und sich über die Disposition der Kundschaft zu orientieren." Bananaware. Von dem würde ich - in der heutigen Lage - kein einziges Produkt kaufen. Nimmt man die Aussage mal zusammen, dann heisst das doch: "Lieber Kunde, wir arbeiten mit Risiko. Ist ja auch nicht schlimm, denn Du übernimmst das, ist uns ja auch egal, was Du willst." - Ist das Innovation? Ich glaube nicht. Ich dachte auch nicht, dass ich sowas nochmal lese (das letzte mal war '99: "Ob der Kunde das will, was wir machern? Egal, Venturekapital is ja da!!"). Kann ich nur sagen: Toll, Management! Wir als IT-ler machen das. Erwartet kein Ergebnis. Auch Professor Liebl ist genau in einem Punkt korrekt: "Hacking" bedeutet, etwas "sinnentfremded" einzusetzen. Also wenn ich meinen Toaster dafür einsetze, meinen Toast zu toasten und ihn dann unter den Schreibtisch zu stellen, dass er mich am Schreibtisch dann noch wärmt, dann ist das "hacking". Wenn pauschal die Rede von "Man kann Marken und Produkte hacken, um zu sehen, was die Kunden bzw. der Markt zu akzeptieren bereit sind" ist, dann redet er (m.E.) von "cracking", also ein Produkt analysieren, zerlegen, irgendwo anders einsetzen, nicht wirklich kreativ damit umgehen sondern ausnutzen. Gut, der Mann ist BWLer, ihm sagt auch gewiß der Term CCC nichts (wie den meisten Nutzern "moderner Computer": ). Na ja, "just my 0,02 €"
Das Risiko für Flops übernimmt bei Alessi natürlich der Hersteller selbst und nicht der Kunde. Denn wenn ein Produkt weder durch seine Form noch durch seine Funktion überzeugt, wird es einfach nicht gekauft.
Der Punkt ist aber ein anderer: Echte Innovation - und damit ein echter Wettbewerbsvorteil - kann nur entstehen, wenn man die ausgetrampelten Wege verlässt und "sich etwas traut". Selbstverständlich ist Innovation kein Selbstzweck. Selbstverständlich geht es darum Geld zu verdienen. Damit das aber auch in Zukunft möglich ist, muss man heute dafür sorgen, dass dauerhaft ein gewisser Anteil des Umsatzes mit neuen Produkten gemacht wird, die z.B. nicht älter als 1 Jahr sind. Dieser Anteil ist in jeder Branche und in jedem Unternehmen unterschiedlich. Entscheidend ist, dass die strategische Entscheidung gefällt wird, die für Innovation nötigen Resourcen zur Verfügung zu stellen. Dafür braucht man keine Dotcom Blase und kein Venture Capital. Manchmal genügt schon ein offenes Ohr beim Vorgesetzen. Ebenso wichtig ist, dass und wie dieser Vorgang gemanaged, gesteuert wird. Es werden sehr wohl Ergebnisse erwartet. Kein Projekt wird begonnen, wenn ich nicht eine ziemlich konkrete Vorstellung über den Ausgang habe. Wie soll ich sonst wissen, ob ich erfolgreich war? Wie soll ich sonst etwas lernen? Die Kommentarfunktion wurde vom Besitzer dieses Blogs in diesem Eintrag deaktiviert.
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Man nehme die Begriffe Culture/Cultural Jamming und Urban Hacking, die ja synonym sind, verschmelze sie miteinander, drehe die Bedeutung um und stelle sie in einen neokonservativen Kontext. Heraus kommt so etwas wie das Buch Cultural Hacking. Es erscheint bezeichnenderweise im Springer-Verlag und die subalterne Hauspostille “WAMS” darf auch ein schön langes Interview rund um diese “Innovation” führen.
Aufgenommen: Mar 06, 02:55