Im März 2000 hatte der
Europäische Rat auf seiner Tagung in Lissabon eine auf zehn Jahre angelegte
Strategie vorgelegt, mit deren Hilfe die EU zum weltweit dynamischsten und wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum entwickelt werden soll. Dies soll unter anderem durch den Wandel zur Wissensgesellschaft geschafft werden. Vier Jahre später sind wir dem Ziel jedoch nur
ein kleines Stück näher gekommen. Warum? Es sind die typischen Probleme eines Change-Prozesses: Eine übervolle Agenda. schlechte Koordination, widersprüchliche Prioritäten und vor allem mangelndes Interesse im Top-Management (in diesem Fall auf Seiten der Politiker).
Von dieser Nachricht gehen zwei wichtige Signale aus: Wissen wurde
als für uns wichtige, ja wichtigste strategische Resource der Zukunft
inzwischen auf höchsten Ebenen erkannt, kurz:
Wissensvorsprung ist ein Wettbewerbsvorteil.
Es gibt allerdings noch viel zu tun bis lebenslanges Lernen als
notwendig und kontinuierliche Veränderung als Chance auf allen Ebenen
verstanden werden.
In Deutschland sind wir in der Entwicklung
zur Wissensgesellschaft sicher nicht führend, aber dieses Jahr wurde
eine kleine Hürde genommen um unseren Unternehmen das Thema
Wissensmanagement ganz praktisch ein wenig näher zu bringen. Es gibt
endlich einen fundierten Vorschlag für eine
Wissensbilanz "Made in Germany",
die auch und vor allem für den Mittelstand funktioniert. Damit dürfte
diese ebenso innovative wie notwendige Ergänzung der klassischen Bilanz
neben ihrer Marketingwirkung (nach außen und innen) auch für Banken und
Ratingagenturen interessant werden und sich somit mehrfach auszahlen.
Natürlich ist Wissen kein Selbstzweck, sondern die Basis für Innovation. Ob nun die Innovationsinitiativen des
Bundes oder die des
DIHK ein
Erfolg
sind oder nicht, sei dahingestellt. Die Welt verändert sich und jeder
sich nicht bewegt, der nicht auf Innovation im Sinne von Veränderung
und Weiterentwicklung setzt, bleibt unweigerlich zurück. Denn die
Globalisierung betrifft uns alle. Ja, auch den Schreiner und den Bäcker.
Innovation
braucht Wissen. Wissen ist die letzte Resource, die in Deutschland nur
unzulänglich gemanaged wird. Banales Beispiel Schulung: Die einen
schulen Ihre Mitarbeiter prinzipiell nicht - sei es aus Geiz oder aus
Angst. Die Anderen schulen auf Teufel komm raus ohne Strategie und ohne
Erfolgskontrolle. Das nationale Bildungsniveau zu heben ist Aufgabe der
Politik. Das Bildungsnivau im Unternehmen zu heben, ist Aufgabe des
Managements. Auch wenn es nicht alle glauben: Eine "learning
organisation" ist auch eine "earning organisation".
Der Weg ist
bereitet, die Voraussetzungen so gut wie nie zuvor. Da trifft es sich
gut, dass 2005 einem der hellsten deutschen Köpfe gewidment ist:
Albert Einstein.