Die wenigen Reaktionen, die der "Wochen Rap-Blick" im Rahmen der RTL II Nachrichten in den Blogs und auf Twitter hervorgerufen hat, lässt sich wohl nur damit erklären, dass die unsere selbsternannte geistige Infoelite diesen Sender und sein abendliches infoTAINMENT-Format ohnehin meidet (und statt dessen um 20 Uhr pflichtgemäß Tagesschau sieht). #WTF oder "dass wir uns das gefallen lassen" waren die wenigen Wortmeldungen.
In der Tat, sind die 90 Sekunden Sprechgesang nur sehr schwer zu ertragen. Ich denke, das hat vor allem zwei Gründe:
Musikalisch, na sagen wir besser, inhaltlich stimmt das Verhältnis zwischen Form und Funktion noch nicht: Bei 90 Sekunden Clip-Länge nur rund 40 Sekunden echten Wochenrückblick zu liefern, mag vielleicht ein Rap-typisches Selbstbeweihräucherungsritual zu sein, es dient aber der Sache nicht, denn es führt selbst in der konzentrationsunfähigen Zielgruppe zu überproportional hohen Verbindungsabbrüchen (Langeweile). Oder wurde etwa in der Vorbereitung des Formats festgestellt, dass mehr als vier Themen nicht zu "verrappen" sind und musste dennoch 90 Sekunden füllen?
Was die gerappten Nachrichten vielleicht besonders unerträglich machen, ist die schlichte Tatsache, dass sie so völlig der herkömmlichen Weise widersprechen, wie "ernsthafte" Inhalte üblicherweise präsentiert werden. Ich denke, das ist es, was die wenigen Kommentatoren am meisten stört.
Aber vielleicht hat RTL II einfach nur Mut bewiesen. Vielleicht findet hier eine Innovation statt, die bestimmte Zielgruppen wieder zu tagesaktuellen Themen zurückbringt (und nicht nur "Musik" mit allgemeinen Rants über die Scheißungerechtigkeit dieser scheißverlogenen Scheißgesellschaft konsumieren lässt).
Oder ist das Ganze etwa nur ein (misslungener) Versuch einer viralen Guerillamarketing Kampagne für RTL II News? Egal. Den Mutigen gehört das Himmelreich! Und gescheiterte Firstmover ebenen den Weg für profitable Follower. Go on, rap dat shit!