Monday, 13. December 2004
Vor die Aufgabe gestellt, wie man in nur 20 Tagen (das ist nicht einmal ein vollständiger Monatszyklus) eine möglichst gute Übergabe hinbekommt, hat Dave Snowden folgende Tipps für uns, die von mir übersetzt und ein wenig ergänzt wurden:
- Besorg Dir einen digitalen Kassettenrekorder und schneide alle
Gespräche mit. Wenn Du dir nur Notizen machst, gehen Dir die wichtigen
"schwachen Signale" verloren. In sechs Monaten wird Du dir sonst
denken, "da war doch was - ich weiß nur nicht mehr was".
- Schreibe
am Ende eines jeden Tages nicht den Inhalt des Bands ab, sondern teile
es zunächst in logische Einheiten und mache Dir kurze Notizen dazu,
z.B. "das jährliche Budget-Drama". Gerade genug um Deine Erinnerung zu
stützen, jedoch nicht mehr als eine Zeile.
- Formuliere, als Teil dieser täglichen Zusammenfassung, Fragen, die Du am nächsten Tag stellen willst.
- Führe
strukturiere Interviews zum "Rhythmus" des Jobs durch: Was ist täglich,
wöchentlich, monatlich zu erledigen. Leute arbeiten normalerweise in
Kalenderzyklen. Wenn man sie fragend durch diese Zyklen führt,
unterstützt das die Erinnerung und man erfährt mehr.
- Erstelle
eine Liste von "Leuten, die man kennen muss" und
Hintergrundinformationen zu diesen. Versuche noch persönliche Treffen
mit den Wichtigsten zu arrangieren, bei denen die Person, die ersetzt
werden soll, anwesend ist. Bring sie dazu über die gemeinsam geleistete
Arbeit zu reden - die besten Momente, die Schwierigsten, Lustiges oder
Tragödien. In dem man sich auf die Extreme konzentriert, treten die
normalen Dinge besser hervor.
- Bring die Person dazu, über
wichtige Ereignisse während Ihrer Zeit im Unternehmen nachzudenken: Mit
wem haben sie zusammen gearbeitet, was brachte die Dinge ins Laufen?
- Erstelle
einen Plan des sozialen Netzwerks deines Vorgängers: An wen wandte er
sich, wenn er Informationen brauchte, an wen, wenn er etwas nicht
verstand, wem vertraute er, mit wem war die Beziehung hervorragend, mit
wem problematisch? Gestalte diesen Plan als Diagramm (Leute in Kästen
mit ein- und ausgehenden Pfeilen) und stelle Verbindungen zu Deinen
Gesprächsmitschnitten her. Stelle sicher, dass Du zu allen Kontakten
etwas zusammenträgst: was sie machen und warum sie es machen. Dies sind
die Leute, die später Deine Lücken füllen werden - vorausgesetzt Du
kennst sie und sie Dich.
- Im Rahmen des Netzplans frage die
Leute auch nach ihren Wünschen. Vielleicht gibt es Kontakte, die Du als
"der Neue" leichter herstellen kannst - was für eine einzigartige
Gelegenheit.
- Halte Ausschau nach den "Stories" (Erfolge,
Katastrophen, Lustiges, Peinliches, ...) und achte auf wiederkehrende
Metaphern. Hier versteckt sich mehr Wissen über das Unternehmen als
irgendwo sonst.
Graham Orange
ergänzte, dass man zusätzlich zu den "normalen" Interviews und
Gesprächsrunden kreativere Methoden, z.B. Brainstorming, anwenden
könnte. Dieser Hinweis ist sehr wichtig, denn man vergisst leicht, dass
man gerade unter Zeitdruck mit kreativen Methoden zu besseren
Ergebnissen kommen kann, vorausgesetzt, diese werden beherrscht. Das
mit dem Beherrschen gibt aber auch für ganz normale Meetings.
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Die Weitergabe von Wissen zwischen Generationen von Unternehmern oder Mitarbeitern ist eine alltägliche Anwedung von Wissensmanagementpraktiken. Vor allem wenn das Projekt mehrere Generationen von Projektleitern und Spezialisten dauert, kommt Wissensmanag
Aufgenommen: Apr 07, 17:31