Man sagt: "Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt." Und wer ein Haus kauft, der kann etwas erzählen. Charlene Li, Analystin bei Forrester, hat in den letzten Monaten a) ein neues Haus gekauft, b) das alte Haus verkauft, c) sich entschlossen, das gekaufte Haus abzureißen und neu zu bauen, und d) für die Zwischenzeit ein Haus gemietet. Nun kennt Frau Li schon von Berufs wegen die schönen neuen Möglichkeiten des Internets sehr gut und hat sich in die Welt der Internet-Immobilienmärkte und Immobilienplattformen gestürzt.
Auch wenn sie im Sillcon Valley wohnt und daher vor allem
über ihre
Erfahrungen mit den Angeboten an der US-Westküste reflektieren kann, so wird doch folgendes auch für uns im alten Europa deutlich:
- Nur modernste Sites mit interaktiven Landkarten und aktuellen,
aufbereiteten Informationen (einschließlich Preisindex, Statistiken,
Infrastrukturdaten, etc.) werden in Zukunft bei den Kunden das Rennen
machen. Wohin der Weg geht, kann man heute schon gut sehen (siehe auch die Liste unten).
- Käufer und Verkäufer informieren sich massiv im Internet bevor sie einen Makler anrufen. Das verschiebt das Machtgleichgewicht deutlich in Richtung Kunden, weg von den Maklern. Das wird sich in fallenden Provisionen bemerkbar machen. Schließlich müssen sich Makler fragen lassen, wo noch ihr Mehrwert liegt.
- Makler, die auch in Zukunft noch überdurchschnittlich verdienen wollen, müssen nicht nur vertrauenswürdig und gut vernetzt sein. Sie müssen auch das Internet als Werkzeug sehen und es beherrschen. Das schließt ein, dass sie Ihre Kunden auf die besten Sites hinweisen. Besser so als anders herum. Zudem werden sich diese Premium-Makler noch mehr in Richtung Einkaufsberater und Expertenvermittler entwickeln müssen. Ein Haus(ver)kauf bzw. Vermietung stellt die Kunden häufig vor unlösbare Probleme, bei deren Lösung Makler helfen können.
This lead me to one final point on the
role and future of realtors – we could not have gone through this
process without our realtor, Samia Morgan.
I found Samia five years ago via Realtor.com – yup, I found her on the
Internet. I was relocating to the Bay Area and wanted an agent who felt
VERY comfortable using technology as a communication and marketing
tool. While I had all of the latest tools at my disposal, I wouldn’t
have felt comfortable going into this complicated process without her.
She was able to recommend a great house stager, builder, and even lent
us a free truck to help with moving. But most importantly, she used her
considerable connections and experience in the real estate market to
understand how the market was changing – especially useful in a jittery
market. We were extremely happy with both sides of the transaction, and
especially the role that Samia played – we don’t think we could have
successfully navigated the process on our own, nor do we ever really
want to in the future!
Hier die Liste mit den von Charlene Li erwähnten US Plattformen. Es würde mich interessieren, ob es in Europa schon so leistungsfähige Angebote gibt (die Landkartenfunktion des SZ-Immobilienmarkts hatte ich auch nach fünf Minuten nicht bedienen können, damit scheidet sie für mich aus, da nicht intuitiv genug):
>> LSListings.com / Realtor.com (umfangreichstes, aktuellstes Listing - leider keine Karten)
>> trulia.com (gute Kartenintegration aber veraltete Angebote)
>> Movoto.com (das wohl beste Angebot für Käufer, wenig für Verkäufer)
>> HomePages.com(hier kann man
u.a. sein Haus schätzen lassen)
>> Zillow.com (zeigt den Preisindex
der Gegend, baut auf social computing)
>> Craigslist.org (Anzeigenmarkt für Mietangebote)
>> LiveDeal.com (Anzeigenmarkt)
>> Google Base (bislang fast keine
Angebote)
Makler werden auch in Zukunft gebraucht. Jedoch werden innovative Technologien zusammen mit innovativen Service- und Businessmodellen das Rennen machen. Alle anderen Markler werden schon bald mit Umsatz- und Provisionseinbußen rechnen müssen.
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Stefan Weiß, FUTURELAB