Humankapital ist also zum Unwort des Jahres 2004
gewählt worden. In der Begründung heißt es:
‚Humankapital’ degradiere nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern
Menschen überhaupt zu nur noch ökonomisch interessanten Größen.
Es mag sein, dass nicht jeder, der diesen Fachbegriff in den Mund nimmt, sich über dessen Bedeutung im Klaren ist. Das ist aber das Problem mit den meisten Fachbegriffen (z.B.
Intellektuelles Kapital vs. Business Intelligence) und Fremdwörtern (z.B.
Attitüde). Im kleinen Kreis ist so etwas peinlich, auf nationaler Ebene kann das die Bedeutung eines Wortes durchaus verändern. Ein Beispiel ist das Wort
Innovation.
Im Wissensmanagement gibt es den Fachbegriff des Humankapitals auch. Als einer der
drei klassischen Bestandteile des Wissenskapitals.
Bedauerlich ist in diesem Zusammenhang nicht die Zusammensetzung des
Wortes (oder dessen unglückliche Klassenkampf-Interpretation), sondern die Tatsache, dass es vielen
Ökonomen offensichtlich erst über die
Schaffung eines solchen lautmalenden Begriffes bewusst
gemacht werden konnte, dass Menschen etwas Wertvolles sind.
[Nachtrag v. 25.01.2005]
Dass nicht alle mit der Wahl der Unwörter zufrieden waren zeigt die
hysterische Reaktion des Bundesinnenministeriums.
Harald Schmidt machte sich im Focus kürzlich über "Humankapital" (Unwort des Jahres 2004) lustig und stellte die Frage, wie denn wohl Humankapital verzinst. Im Scherz trifft Herr Schmidt aber einen Punkt, der alle irgendwann beschäftigt, die s
Aufgenommen: Feb 05, 21:51