Die Uni Zürich hat eine kollaborative Textverarbeitung entwickelt
und patentiert. TeNDaX (sprich: Tenda-iks)
ermöglicht dass mehrere User gleichzeitig an einem Dokument arbeiten können.
Während die Bearbeiter ungestört an ihren jeweiligen Textstellen arbeiten,
werden Textänderungen - soweit sie sich im Fokus eines anderen befinden -
sofort für jeden sichtbar. Ein Speichern ist nicht nötig, da jede Eingabe
sofort gespeichert ist. Und zwar mit ihrer ganzen Historie, wodurch alle
Änderungen nachvollzogen und ggf. rückgängig gemacht werden können.
Gerade dieses letzte Feature, nämlich dass alle Änderungen protokolliert und
Personen zugeordnet werden können, könnte in den Augen der Entwickler für
manche Benutzer ein Problem darstellen.
Wenn man weiß, dass jeder
einzelne Schritt in einem Dokument nachweisbar ist, dann geht das schon in die
Richtung eines Big Brothers, der einem dauernd auf die Tastatur schaut.
Die Lösung läuft derzeit als Applikation unter Windows und
ist noch nicht für das Web portiert worden. Wer TeNDaX testen will, kann hier eine Testversion downloaden.
Wer nun sagt, das klingt doch ein wenig nach Wiki hat nicht unrecht. Diese Lösung,
sollte sie bald für das Web verfügbar sein, geht aber noch einen Schritt
weiter. Es ist das von mir schon lange ersehnte ajaxierte
Wiki. Das heißt, ich muss im Wiki nicht mehr auf "Seite editieren"
klicken um dann im ugly-mode
(der mich immer wieder an alte troff-Zeiten
erinnert) zu arbeiten, sondern ich setze meinen Cursor einfach an die Stelle,
die ich ändern will und lege los. Von wegen Wikis sind so einfach ...
Den Kulturschock des "jeder kann sehen, was ich gemacht habe", haben
die Wikianer im Internet schon hinter sich. Im Umfeld von Unternehmen ist
gerade dieses objektiv notwendige Feature für viele eine subjektiv hohe Barriere
bei der Benutzung von Wikis. Ich denke nur einmal an peinliche
Rechtschreibfehler oder unglückliche Formulierungen.
Über den sinnvollen Einsatz von Wikis und Blogs informieren wir Sie gerne. Auch haben wir Konzepte, wie man diese Werkzeuge effizient in den Arbeitsalltag integriert. Sprechen Sie uns einfach an.
[Update 5.1.2006]
Wer den Web 2.0-Artikel von O'Reilly genau liest, der stellt fest, dass es schon ein "Word für Web" gibt: Writley
[Update 19.1.2006]
Der Wiki-Anbieter JotSpot hat nun mit JotSpot Tracker ein "Excel for Web" nachgelegt.
>> Uni Zürich entwickelt "kulturschockende" Software
>> Word: Wie Sie verborgene persönliche Informationen aus einem Dokument entfernen
>> O'Reilly: What Is Web 2.0
FUTURETALKed
>> Wikis in der Rechtsanwaltskanzlei
>> Blogs are good for sense-making, wikis for collaboration, Flickr for presence sharing etc
>> Knowledge Management war gestern - heute machen Wikis allseelig
Stefan Weiß, FUTURELAB
Word, Excel, Powerpoint sind die Moleküle aus denen die DNS der heutigen Büroarbeit zusammengesetzt ist. Mit Google Docs steht wohl die bekannteste Version dieser Officeprogramme im Netz kostenlos zur Verfügung. Die Firma thinkfree hat nun ein "Off
Aufgenommen: Mär 30, 15:02