Die Wissensbilanz (engl. Intellectual Capital Report bzw. Intellectual
Capital Statement) wird ebenso wie die klassische Bilanz jährlich
erstellt. Während die klassische Bilanz die monetären Werte des
Unternehmens erfasst, bezieht sich die Wissensbilanz auf die
nicht-monetären Werte, das sogenannte intellektuelle Kapital (IK) oder
auch Wissenskapital einer Organisation.
Die regelmäßige Erstellung einer Wissensbilanz hat mehrere Vorteile.
Für viele Unternehmen steht die Verbesserung der Kreditwürdigkeit im
Vordergrund. Denn nur in der Kombination aus
klassischer Bilanz und Wissensbilanz werden die Werte und die
Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens gegenüber Geldgebern annähernd
vollständig und nachvollziehbar dargestellt.
Die
Wissensbilanz ist jedoch nicht nur eine Aufzählung von Fakten und
Zahlen, sie ist vor allem ein wertvolles Steuerungsinstrument, das die
Zusammenhänge
zwischen betrieblichen Zielen, Prozessen, intellektuellem Kapital und
Unternehmenserfolg nachvollziehbar macht. Daraus abgeleitet ergibt sich
ein priorisierter Maßnahmenkatalog: Wo kann man bedenkenlos streichen,
wo muss man dringend investieren. Organisationen, die bereits
über Qualitätsmanagement oder eine Balanced Scorecard (BSC)
verfügen,
können die dort verwendeten Erkenntnisse und Indikatoren in die
Wissensbilanz einfließen
lassen.
Im Gegensatz zur klassischen Bilanz wird die
Wissensbilanz häufig im Rahmen einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Sie ist ein ausgezeichnetes Mittel um die
Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern, aber auch zu
existierenden und zukünftigen Mitarbeitern nachhaltig zu stärken. Durch die Veröffentlichung beweisen Sie Offenheit und Professionalität.
Die Wissensbilanz ist somit in mehrfacher Hinsicht die Basis für nachhaltige Wettbewerbsvorteile.
Nationale
und internationale Rechnungslegungsstandards (z.B. IAS 38, der DRS 12 und E-DRS 20) empfehlen schon lange den
Ausweis des intellektuellen Kapitals im Anhang der klassischen Bilanz.
In Dänemark gibt es für die Ausgestaltung einer Wissensbilanz bereits staatliche Leitlinien, in Österreich ist die Erstellung einer solchen für Hochschulen ab 2006 gesetzlich verpflichtend.
Für Deutschland wurde im Herbst 2004 vom BMWA ein Leitfaden "Wissensbilanz - Made in Germany" vorgestellt, der Grundlage für die Wissensbilanzerstellung bei unseren KMU-Kunden ist.
Der deutsche Begriff "Wissensbilanz" geht übrigens auf Herrn Prof. Günter Koch, ehemaliger Geschäftsführer des Austrian Research Centers Seibersdorf, zurück.
Stefan Weiß, FUTURELAB
Der Begriff Wissenskapital ist nicht weniger irreführend wie der englische Begriff Intellectual Capital oder seine gnadenlose Eindeutschung nach Intellektuelles Kapital. Geht es doch nur teilweise um Wissen und noch weniger um Intellekt im Sinne von &qu
Aufgenommen: Jan 19, 11:26
Ganz einfach: Alle Organisationen und Unternehmen, deren Erfolg in besonderem Maße von Wissen abhängig ist. In unserer Informations- und Wissensgesellschaft gibt es nicht viele, auf die das nicht zutrifft. Für alle anderen gilt: "Wissensvorsprung i
Aufgenommen: Mar 29, 23:26
Beim Begriff Wissensbilanz fühlt man sich an das erinnert, was der Philospoph Alfred North Whitehead "Fallacy of misplaced concreteness" nannte (Dank an Charles Savage). Er ist - wie auch der Begriff Wissenskapital - leider irreführend. Der Be
Aufgenommen: Sep 12, 19:51