Zwei bekannte Rechtsanwälte und Blogger haben kürzlich über die Verwendung von internen Wikis und Blogs in Kanzleien diskutiert.
Ron Friedmann sieht vor allem Wikis auf dem Vormarsch (
2005
Trends in Knowledge Management) während
Bruce MacEwen Vorteile bei
Wikis und Blogs sieht.
Sowohl Blogs als auch Wikis haben einige attraktive Eigenschaften:
- sie sind häufig kostenlos in der Anschaffung und extrem billig im Unterhalt
- sie sind intuitiv in der Bedienung (auch und vor allem für Nicht-Techies), vergleichbar mit der Leichtigkeit von E-Mail
- Veränderungen und Updates sind sofort verfügbar für jeden mit Onlinezugang (und ggf. einem Passwort)
- beide haben RSS (bzw. Webclips) eingebaut, womit die Benutzer bei Veränderungen aktiv informiert werden. Das erspart regelmäßiges (und häufig vergebliches) Nachsehen.
- durch Kategorisierung und Volltextsuche entsteht mit der Zeit eine wertvolle Wissensdatenbank
Beispiele für den Wiki-Einsatz sind: Wichtige Kunden, beliebte Richter oder spezielle Fachfragen.
Weitere Informationen gibt z.B. hier:
- Wiki Selection Criteria von Brint Butchart von Butchart & Associates (über Resources/White Papers/Wikis in Law Firms)
- "Open Source Knowledge Management (Wikis) for Your Law Firm" von Eric A. Skiff (ein
TechnoLawyer Community Feature vom 23.8.05). Aus dem Inhalt: "Learn how to create, develop, and maintain an 'internal wiki' and
discover the many benefits for your firm."
(über excited utterances)
Bekannte und beliebte Wikipakete sind: Py Wiki, QuikiWiki, Oddmuse, DokuWiki oder auch TWiki (ein strukturiertes Wiki und damit nahe am CMS.
Blogs kommen z.B. zum Einsatz als Projekttagebuch, beim Sensemaking oder für Dailies.
Man muss sich aber immer wieder bewusst machen, dass die technischen Tools nur 10% der Gesamtlösung ausmachen (siehe Einfachheit ist kein Motivationsfaktor, Knowledge Management war gestern - heute machen Wikis allseelig). Bestimmte Voraussetzungen müssen geschaffen werden, Prozesse angepasst und Menschen überzeugt werden. Gerade in großen Kanzleien mit vielen gleichberechtigten(!) Partnern ist letzteres mitunter eine besondere Herausforderung - wobei diese am meisten vom Einsatz von Wissensmanagement profitieren können.
Wenn Sie Fragen zu Wissensmanagement für Rechtsanwälte oder Steuerberater haben, dann wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an uns.
Stefan Weiß, FUTURELAB
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Aufgenommen: Dez 01, 19:56