Dazu ein vereinfachtes Beispiel: Stellen Sie sich eine
Restaurantküche vor. In der Bilanz würden Sie klassische Vermögenswerte
wie die Kücheneinrichtung, den Herd und die gelagerten Zutaten finden. Das Personal, wie z.B. den Drei-Sterne-Koch und seine Assistenten, schon
nicht mehr. Und sicher auch nicht die wertvollen Beziehungen zu den ausgewählten Lieferanten, die einzigartigen Rezepte, die Erfahrung
und das perfekte Zusammenspiel des Küchenteams. All diese Faktoren bedeuten am Ende bessere Leistung zu geringeren Kosten (was aber nicht heißt, dass der Gast deshalb weniger bezahlen muss). Das zeigt: Die
waren Werte dieses Unternehmens werden durch die klassische Rechnungslegung nicht dargestellt.
Die gute Nachricht ist: Diese
"nicht greifbaren" Werte (intangible assets), das Wissenskapital,
können beschrieben, bewertet und aktiv gemanaged werden.
Die Klassifizierung von Mayo
1 untergliedert Wissenskapital in
drei Bereiche:
- Kundenkapital (und andere wertvolle externe Beziehungen)
- Strukturkapital (und weitere interne Werte/Assets)
- Humankapital
Unter
Kundenkapital fallen alle externe Beziehungen z.B. zu Kunden, Lieferanten und Partnern, sowie Marken oder auch Reputation.
Unter
Strukturkapital fällt alles, "was übrig bleibt, wenn die Mitarbeiter nach Hause gegangen sind" z.B. Systeme, Führungsinstrumente, Patente, Prozesse, Checklisten, Unternehmenskultur und dokumentiertes Wissen.
Unter
Humankapital fallen
vor allem die Mitarbeiter, die dem Unternehmen zur Verfügung stehen mit
all ihren Qualifikationen, ihrem Können und ihrer Erfahrung. Dazu gehört aber auch die
Fähigkeit des Management zu führen und zu motivieren.
Wissenskapital kann erfasst und sollte in Ergänzung zur klassischen Bilanz in einer Wissensbilanz präsentiert
werden. Eine Vielzahl von Argumenten spricht für die regelmäßige Bilanzierung des Wissenskapitals - zwei davon sind: Die Wissensbilanz
kann zu niedrigeren Bankzinsen verhelfen (durch ein besseres
Kreditrating) und zu einem niedrigeren Kosten/Skill-Verhältnis bei den
Mitarbeitern (Stichwort best-company-to-work-for).
Zudem ist die
Wissensbilanz für alle Organisationen, deren wichtigstes Betriebsmittel
das Wissen ihrer Mitarbeiter ist, die Basis für ein systematisches
Management dieses Wissens.
1 Mayo, A. (2001): The
Human Value of the Enterprise. London
Stefan Weiß, FUTURELAB - Wir erstellen Wissensbilanzen
Teilen ist gut. Nicht teilen ist schlecht. Teilen macht reich. Wer teilt, hat mehr vom Leben. Was Jesus uns vorgemacht hat, hat zweitausend Jahre später nichts an Aktualität eingebüßt. Der moderne Mensch teilt aber lieber Dinge, von denen er mehr als ge
Aufgenommen: Jul 18, 16:55